SCHWEIZER GESCHICHTE
 
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Chronologie (Zeittafel) der Schweizer Geschichte

Chronik Schweiz / international 2000 2001 2002 2003 2004 2005

0 400 1291 1798 1848 1914 1939 1948

Zeittafel zur Erdgeschichte
Zeitalter Geologische Formation Beginn vor .. Mio. Jahren Geologie Pflanzen Tiere
AZOIKUM (Erdurzeit)   4600 Entstehung der Erde    
ARCHAIKUM (Erdfrühzeit) Präkambrium 3000 Erstarrung der Erdkruste, erste Gebirgsbildungen Algen  
PALÄOZOIKUM (Erdaltertum) Kambrium 570 Kaledonische Gebirgsbildung (Schottisches und Skandinavisches Gebirge)   Muscheln
Ordovizium 510   Korallen
Silur 435   Fische
Devon 410 Pilze Insekten Lurche
Karbon 355 Bildung der Variskischen Gebirge (Vogesen, Deutsche Mittelgebirge) Moose Reptilien
Perm 290 Nacktsamer Palmfarne Archosaurier
MESOZOIKUM (Erdmittelalter) Trias 250 Hebungen und Senkungen der Erdkruste, Ablagerung von Sand, Ton und Kalk   frühe Säuger Dinosaurier
Jura 205   Vögel
Kreide 135 Bedecktsamer moderne Säugetiere
NEOZOIKUM oder KÄNOZOIKUM (Erdneuzeit) Tertiär 65 Alpenfaltung und Jurafaltung, Einbruch Oberrheinische Tiefebene    
Quartär: Diluvium (Pleistozän) 2 Eiszeiten, Zwischeneiszeiten   Menschen
Quartär: Alluvium (Holozän) 0,01 Nacheiszeit    

JahrPolitik Kultur, Religion Wirtschaft, Wissenschaft
Zeittafel zur Steinzeit und Bronzezeit
18000 - 8000 v. Chr. Altsteinzeit: Menschen leben in kleinen Gruppen in Höhlen (Wildkirchli im Säntisgebiet, Drachenloch bei Vättis SG, Wildenmannlisloch, Schnurrenloch, Ranggiloch) und Halbhöhlen (Kesslerloch SH, Schweizersbild SH). Sie ernähren sich hauptsächlich vom Sammeln (Wildpflanzen), Jagen (Höhlenbären, Mammut, später Rentiere) und Fischen. Werkzeuge und Waffen aus grob behauenen Steinen und Knochen, verwenden das Feuer
8000 - 3000 v. Chr. Mittelsteinzeit: Menschen leben in kleinen Gruppen in Höhlen und Zelten. Sie ernähren sich hauptsächlich vom Sammeln (Wildpflanzen), Jagen und Fischen. Werkzeuge aus Stein
3000 - 1800 v. Chr. Jungsteinzeit: Siedlungen an Seeufern (wahrscheinlich standen die Pfahlbauten nicht im sondern am Wasser) und auf dem Land. Ackerbau (Getreide, Gemüse, Obst) und Viehzucht (Schweine, Schafe, Ziegen, Rinder, Hunde). Jagd und Fischerei verlieren an Bedeutung. Werkzeuge aus fein bearbeiteten Steinen, Töpferei, gewebte Leinenstoffe. Megalith - Kultur (religiöse Kultstätten mit grossen Steinen)
1800 - 800 v. Chr. Bronzezeit: Reger Handel mit Kupfer und Zinn. Erfindung von Pflug und Zucht: Pferd. Spezialhandwerker: Bronzegiesser
Chronologie der Schweizer Geschichte: Helvetier (Kelten)
800 - 450 v. Chr. Ältere Eisenzeit: kälteres Klima, Alpen entvölkert Hallstatt - Kultur in Mitteleuropa Einfache Geräte aus Eisen - Handel mit dem Mittelmeerraum (Griechen, Römer)
450 - 58 v. Chr. Jüngere Eisenzeit: Lose Stammesverbände ohne grosse Reiche (Helvetier im Mittelland, Bojer, Rauracher nördlich des Juras, Räter in GR) Erste Städte in Mitteleuropa (u.a. Aventicum = Avenches VD) La Tène - Kultur Intensiver Handel mit Römern und Griechen, Import von Luxusgütern
Chronologie zur Zeit der Römer in der Schweiz
58 v. Chr. Auszug der Helvetier nach Südfrankreich, Niederlage gegen den römischen Feldherr Gaius Julius Cäsar bei Bibracte (Autun, F), zur Rückkehr gezwungen, Mittelland unter römischer Oberhoheit    
44 v. Chr. Augusta Raurica (Augst BL) als römische Festung gegründet    
15 v. Chr. Weitere römische Militärlager: Aquae (Baden AG), Salodurum (Solothurn), Leusonna (Lausanne), Genava (Genf), Turicum (Zürich), Curia (Chur) - Eroberung des Alpenraumes (Wallis und Rätien) durch die Römer, Bau von Karrenwegen über wichtige Pässe (Julier, Grosser St. Bernhard )    
22 n. Chr. Militärlager Vindonissa (Windisch AG) errichtet    
47 n. Chr.     Fahrweg über den Grossen St. Bernhard
69 Innerer Machtkampf um die Kaisernachfolge tobt auch in der Schweiz, Aquae verwüstet    
100 - 250 relativ friedliche Zeit: Zerfall des unbenützten Militärlagers Vindonissa Christentum blüht auf (Bischofssitze Chur, Basel ?) Reger Handel, Ausbau der Strassen
260 Einfall von Alamannen: Aventicum und Augusta Raurica zerstört    
286   Die in St. Maurice VS stationierte thebäische Legion (christliche Söldner aus dem griechischen Osten des römischen Reiches) verweigert den Kaiserkult: wird dezimiert, Kommandant Mauritius hingerichtet  
354 Neuer Einfall der Alamannen: Aventicum definitiv zerstört    
369 Neue römische Befestigungsanlagen entlang der Rheingrenze    
401 Die Römer ziehen ihre Truppen nach Italien zurück (Angriffe der germanischen Goten, 410 Eroberung und Plünderung Roms)    
Chronologie der Völkerwanderung:
Alamannen, Burgunder, Langobarden
439 Ostgoten dringen in Rätien ein    
443 Germanische Burgunder kommen in die Westschweiz und nach Savoyen, schliessen Bündnis und arbeiten mit den Römern zusammen, Burgundisches Königreich mit Hauptstadt Genf, 454 Ausdehnung nach Lyon und Vienne (F)    
496 Frankenkönig Chlodwig besiegt Alamannen Chlodwig bekehrt sich zum Christentum  
500 - 800 Alamannen besiedeln in kleinen Gruppen das schweizerische Mittelland (verstreute Einzelhöfe) Irische Wandermönche (Columban, Gallus) predigen das Christentum  
529   Benedikt von Nursia gründet ein Kloster auf dem Monte Cassino (bei Rom) und gibt ihm eine schriftliche Regel ("Ora et labora" = "Bete und arbeite", "Müssiggang ist aller Laster Anfang", Gehorsam, Ehelosigkeit, lebenslängliches Verbleiben im gleichen Kloster) Diese Regel prägt das religiöse Leben in Europa bis in die Neuzeit  
534 Franken und Ostgoten vernichten das alte Königreich Burgund    
537 Ganzes Gebiet der heutigen Schweiz im Frankenreich - Verwaltungseinteilung in Gaue    
Zeittafel zum Schweizerischen Mittelalter
700   Kloster Disentis GR durch den irischen Wandermönch Sigisbert und seinen einheimischen Helfer Placidus gegründet - 724 Kloster Reichenau (deutsche Bodenseeinsel) mit umfangreichem Landbesitz in der Ostschweiz - 720 Kloster St. Gallen am Ort der ehem. Einsiedlerklause des irischen Wandermönchs Gallus durch Abt Otmar gegründet - 747 benediktinische Regel ersetzt die irische in St. Gallen - kurz vor 800 erste deutschsprachige Bücher (Wörterbuch lateinisch - althochdeutsch und deutsche Übersetzung der Benediktinerregel) in St. Gallen geschrieben um 763 erwähnt eine Urkunde des Klosters St. Gallen erstmals die Brache (Dreifelderwirtschaft)
775 Kaiser Karl der Grosse: Verwaltungsreform, Gaue mit Grafen    
828 - 861   Einsiedler Meinrad am Etzelpass, 835 im "Finsteren Wald", 861 von Räubern erschlagen - 934 an dieser Stelle Kloster Einsiedeln SZ errichtet  
843 Dreiteilung des Frankenreichs: Rhein-Aare-Gotthard scheiden Mittelreich (Burgund) und Ostreich (Deutschland) Während im Westreich (Frankreich) die Zentralgewalt immer stärker wird, zerfallen Mittel- und Ostreich in kleinere Einheiten    
860 - 884   Mönch Notker der Stammler (St. Gallen) komponiert kirchliche Gesänge (860) und schreibt eine Biografie Karls des Grossen (884)  
888 Selbstständiges Königreich Hochburgund (Hauptstadt: Genf) inkl. heutige Westschweiz.    
917 Herzogtum Schwaben (Alemannien) inkl. Ostschweiz    
917 Ungarischer Überfall auf Basel (926 St. Gallen)    
920 Sarazenen-Überfall auf das Wallis (936 Rätien, 940 St. Maurice, 955 Rätien)    
934 Otto I. ernennt den Abt des Klosters Einsiedeln zum Reichsfürsten    
10. Jh. Feste Türme (Kern neuer Städte) und Ritterburgen zur Verteidigung    
1033 Kaiser Konrad II. erbt das Königreich Burgund, ganze Schweiz Teil des deutschen Reiches    
1097 Herzöge von Zähringen werden Statthalter von Burgund    
1157 Herzog Berchtold IV. von Zähringen gründet Fribourg um den burgundischen Adel zu kontrollieren    
1191 Herzog Berchtold V. von Zähringen gründet Bern    
Ab 1200     Walser erfinden im Felsen aufgehängte Stege, besiedeln Urserental (UR) und abgelegene Bündner Täler
Um 1230     Schöllenenschlucht (UR) als Zugang zum Gotthardpass dank Walser Technik begehbar
1218 Aussterben der Zähringer: Fribourg, Thun, Burgdorf fallen an die Kyburger; die hohe Gerichtsbarkeit an die Habsburger; Bern, Zürich und Solothurn werden reichsunmittelbare Städte    
Chronologie der Schweizer Geschichte:
Alte Eidgenossenschaft
1231 König Heinrich (Staufer) gewährt Uri Reichsfreiheit    
1240 Kaiser Friedrich II. gewährt Schwyz Reichsfreiheit    
1250-1273 Interregnum [königslose Zeit]    
1273 Rudolf von Habsburg deutscher König    
1291 Tod Rudolfs. Bundesbrief (Uri, Schwyz, Unterwalden)    
1298 Bern siegt am Donnerbühl und bei Oberwangen gegen Fribourg, kleiner Städtebund Bern-Biel-Murten-Solothurn    
1307 Rütlischwur, Apfelschuss und Tyrannenmord durch Wilhelm Tell (nach alter Urner Datierung)    
1308 Ermordung König Albrechts I. (Haus Habsburg) durch seinen Neffen im Aargau, Kloster Königsfelden (bei Windisch) zur Sühne gestiftet
König Heinrich VII. (Haus Luxemburg) bestätigt Freibriefe
   
1310-1314 Streit um Weiderechte zwischen Schwyz und Kloster Einsiedeln, Überfälle auf das Kloster    
1315 Eidgenossen besiegen habsburgische Strafexpedition in der Schlacht bei Morgarten , Bundeserneuerung in Brunnen (SZ)    
1318 erfolglose Belagerung Solothurns durch Herzog Leopold I. von Habsburg    
1323 befristetes Bündnis der Waldstätte mit Bern    
1332 Luzern tritt dem Bund der Waldstätte bei    
1336 Zunftverfassung in Zürich: Zünfte den Kaufleuten und Rittern gleichgestellt. Brun Bürgermeister    
1339 Laupenkrieg: burgundischer Adel und Fribourg gegen Wachstum Berns    
1343 Mordnacht von Luzern (habsburgerfreundliche Verschwörung niedergeschlagen)    
1346     Pest in Bern
1348/49 Schwere Judenverfolgungen in der Waadt, in Bern, Zofingen, Zürich und Basel   Grosse Pestepidemie
1350 Zürcher Mordnacht, Rapperswil von Zürich besetzt    
1356     Pest und Erdbeben in Basel
1351 Zürich tritt dem Bund der Eidgenossen bei, Belagerung durch Herzog Albrecht    
1352 Glarus und Zug treten dem Bund bei    
1353 Bern tritt dem Bund bei: achtörtige Eidgenossenschaft    
1354 erneute Belagerung Zürichs    
1362 Kaiser Karl IV. schliesst einen Bündnisvertrag mit Zürich und anerkennt dessen Bündnisse mit den Eidgenossen    
1367 Gotteshausbund (Chur) gegen Habsburg    
1370 einheitliche Rechtsordnung der Eidgenossen: "Pfaffenbrief" (u.a. Beschränkung der Vorrechte von Geistlichen)    
1384 Berner kaufen Burgdorf    
1384-1420 Oberwalliser Freiheitskampf gegen Bischof von Sion (aus Savoyen)    
1386 Schlacht bei Sempach    
1388 Mordnacht von Weesen
Oberwalliser erkämpfen Verzicht von Savoyen auf Einmischung
Schlacht bei Näfels
   
1389 Friedensvertrag mit Habsburg    
1393 Sempacherbrief (Kriegsordnung der Eidgenossen)    
1395 "Grauer Bund" in Illanz (Vorderrheintal, GR), Landfrieden    
1401 Bund der Appenzeller mit der Stadt St. Gallen (gegen das Kloster)    
1403 Schlacht bei Vögelinsegg
Bund des Oberwallis mit Uri, Unterwalden und Luzern
Uri expandiert ins Livinen- und Eschental
   
1405 Schlacht am Stoss (Appenzeller)   Grosser Brand von Bern
1408 Schlacht bei Bregenz: Niederlage der Appenzeller    
1411 Landrecht (Bündnis) von Appenzell mit sieben Orten der Eidgenossenschaft (ohne Bern)    
1414 Oberwalliser erobern Burg der Grafen von Raron (Bürger Berns!): Konflikt zwischen Bern und Zentralschweizer Orten (Bündnis mit Oberwallis)    
1414-1418   Konzil von Konstanz: Versuch der Kirchenreform scheitert
Herzog Friedrich IV. von Habsburg unterstützt den Gegenpapst
 
1415 Reichsacht gegen Herzog Friedrich IV. von Habsburg. Der deutsche König Sigismund ermuntert die Eidgenossen, den Aargau zu erobern. Das Fricktal bleibt habsburgisch.    
1419 Schlacht bei Ulrichen: Oberwalliser besiegen Berner
Uri und Obwalden kaufen Bellinzona
   
1422 Schlacht bei Arbedo gegen Herzog von Mailand: Verlust der südlichen Tessiner Täler    
1426 Baden (AG) wird Tagsatzungsort    
1431-1449   Konzil von Basel: Versuch der Kirchenreform scheitert erneut, gibt aber Anlass zur Gründung der Universität Basel (formell 1460)
1436 "Zehngerichtebund" in Davos    
1436-1450 "Alter Zürichkrieg" zwischen Zürich und Zentralschweizer Orten um die Erbschaft des Grafen von Toggenburg; 1443 Schlacht St. Jakob an der Sihl; 1444 Bluttat von Greifensee; Schlacht bei St. Jakob an der Birs (Abzug der franz. Armagnaken); 1446 letzte Schlacht bei Ragaz (gegen Habsburger); 1450 Schiedsspruch des Berner Schultheissen Bubenberg und definitiver Frieden    
1451 Das Kloster St. Gallen wird Zugewandter Ort der Eidgenossenschaft    
1460 Eroberung des Thurgaus von Habsburg nach Kirchenbann über Herzog Sigismund von Habsburg  
1474-1477 Burgunderkriege: 1474 "ewige Richtung" (Vertrag mit Habsburg), 1476 Schlachten bei Grandson und Murten gegen Karl den Kühnen von Burgund, 1477 Schlacht bei Nancy (Tod Karls)
Ruf der Eidgenossen als tapfere Krieger führt zu Söldnerdiensten ("Reislaufen") und "Pensionen" (Prämien für vornehme Eidgenossen und/oder Stadtregierungen, die für die fremden Könige und Fürsten zuhause Söldner anwerben)
   
1478 Erfolgloser Rückeroberungsversuch der Urner in Bellinzona, Sieg in der Schlacht bei Giornico    
1481 Stanser Verkommnis (Kompromiss zwischen Landorten und Städten) und Aufnahme Fribourgs und Solothurns in den Bund, vermittelt durch Einsiedler Bruder Klaus im Flüeli-Ranft (Sarnen OW)  
1489 Bürgermeister Hans Waldmann in Zürich hingerichtet    
1489 Graubünden schliesst als "zugewandter Ort" Bündnis mit den Eidgenossen gegen Grafen von Tirol    
1499 Einführung des Reichskammergerichts und neuer Reichssteuern im Deutschen Reich, zu dem die Eidgenossenschaft immer noch gehört. Eidgenossen verweigern die stärkere Anbindung ans Reich. Schwabenkrieg mit Schlachten bei Bregenz(A), Luziensteig (SG), Bruderholz (Basel), Schwaderloh (TG), Frastenz, Calven und Dornach (SO) führen zur faktischen (aber noch nicht juristischen) Trennung vom Deutschen Reich    
1501 Basel und Schaffhausen treten dem Bund bei    
1500-1516 Mailänder Feldzüge (1512 Schlacht bei Pavia, 1513 bei Novara) als Folge eines Bündnisses mit dem Papst, vermittelt durch Kardinal Schiner (Wallis)  
1513 Aufnahme Appenzells in den Bund: dreizehnörtige Eidgenossenschaft    
1515 Schlacht bei Marignano (Debakel, nachdem Eidgenossen als Söldner auf beiden Seiten standen). Ende der Grossmachtträume und Beginn der Neutralitätspolitik    
1516 Ewiger Friede mit Frankreich    
Chronologie der Reformation und Gegenreformation
1473-1543     Der Priester (!) und Astronom Nikolaus Kopernikus löst mit dem heliozentrischen Weltbild eine philosophische Revolution aus
1497-1543   Hans Holbein d. Jüngere, berühmtester deutscher Renaissance-Maler, lebte 1519-32 in Basel  
1505   Bekehrungserlebnis Martin Luthers  
1506   Luzerner Rathaus (unten Renaissance-Stil mit altbewährtem Bauernhausdach)  
1516   Textkritische Bibelausgabe des Neuen Testamentes im griechischen Urtext von Erasmus von Rotterdam (ab 1521 an der Uni Basel)  
1517   Martin Luther: 95 kirchenkritische Thesen (Wittenberg, D)  
1513-1526 Bauernaufstände in Deutschland (1514, 1524) und in den Landgebieten des Schweizer Mittellandes (ZH, BE, BL, SO, SH, SG, TG)
1525 Aufhebung der Leibeigenschaft im Kanton Zürich
   
1519   Huldrych Zwingli Leutpriester in Zürich  
1523   Reformation in Zürich (Annahme der "67 Schlussreden" Zwinglis durch den Zürcher Rat), breitet sich rasch im Thurgau ("gemein(sam)e Herrschaft") aus  
1524 Vereinbarung zwischen den drei Bündner Bünden    
1524-1529   Zürcher Bibel (erste vollständige moderne deutsche Bibelübersetzung, noch vor der Lutherbibel fertig) von Zwingli, Leo Jud und Mitarbeitern  
1526-1528     Paracelsus Stadtarzt in Basel
1527-29   Reformation in der Stadt St. Gallen (1527), Bern (1528), Schaffhausen (1529), Glarus, Appenzell (Ausserrhoden) und Toggenburg; Reformation Oekolampads in Basel  
1529 1. Kappelerkrieg zwischen Reformierten und Katholiken, Landfriede mit "Kappeler Milchsuppe" Abendmahlsstreit zwischen Zwingli und Luther in Marburg (D) ohne Einigung  
1531 2. Kappelerkrieg, Zwingli fällt in der Schlacht, Landfriede zugunsten der Katholiken    
1534   Der spanische Offizier Ignatius von Loyola gründet den besonders papsttreuen Jesuitenorden  
1536 Bern erobert die Waadt Calvin veröffentlicht in Basel seine Lehre, Reformation Calvins in Genf  
1545-1563   Konzil von Trient: überfällige, aber schon überholte Reform der katholischen Kirche  
1549   Einigung zwischen Calvin und Bullinger (Nachfolger Zwinglis) in der Abendmahlsfrage  
1555 Augsburger Religionsfriede in Deutschland, die Fürsten bestimmen den Glauben in ihrem Gebiet Katholischer Katechismus (Religionslehrbuch für Kinder) von Petrus Canisius (bis etwa 1970 im Gebrauch!); Canisius ab 1580 Leiter des Jesuitenkollegs von Fribourg  
1563   Heidelberger Katechismus (Luther)  
1566   Heinrich Bullinger fasst in der "Confessio Helvetica posterior" die Lehren von Calvin und Zwingli zusammen - Grundlage auch für viele reformierte Kirchen in den Niederlanden und im englischen Sprachraum  
1572 Bartholomäusnacht in Frankreich: 20'000 Hugenotten (Reformierte) ermordet. Westschweiz nimmt Tausende von Flüchtlingen auf   Hugenotten begründen die Uhrenindustrie in Genf und im Jura
1576 Jean Bodin (Frankreich, 1530-1596) fordert in der staatsphilosophischen Schrift "De la République" unbegrenzte Vollmachten für den König (Absolutismus), wird von den Louis-Königen mit Hilfe von Kardinal Richelieu (1624-1642) umgesetzt Kardinal Karl Borromäus (Mailand, 1570-84, Jesuit) trägt die Gegenreformation in die katholischen Orte der Schweiz, 1577 Jesuitenkolleg (Lateinschule) in Luzern  
1582 Reformierte Kantone sträuben sich aus antirömischem Reflex bis 1701 gegen die   Kalenderreform (Papst Gregor XIII)
1584-1586 Reformiertes Separatbündnis Zürich - Bern - Genf und Borromäischer Bund (kath.)    
1597 Appenzell trennt sich in 2 Halbkantone Inner Rhoden (kath.) und Ausser Rhoden (ref.)    
um 1600   Das Theater erhält neue Impulse von William Shakespeare (1554-1616) - in der Schweiz blüht das engagierte Volkstheater Galileo Galilei (1564-1642) begründet in Pisa (I) die Physik als experimentelle Naturwissenschaft (statt Philosophie), wird von der Kirche verfolgt, seine Schriften erscheinen in den reformierten Niederlanden
1590-1600 Der mittelalterliche Hexenwahn (Justizmorde) erreicht seinen Höhepunkt, möglicherweise als Abwehrreaktion konservativer Kreise auf die Infragestellung magischer Vorstellungen durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse
1602 Gescheiterter Versuch Savoyens, Genf zu erobern (Escalade)    
1618-1648 Dreissigjähriger Krieg: Schweiz am Rande betroffen (Bündner Wirren: 1620 Veltliner Mord an 500 Reformierten, fremde Heere, 1621 Pompejus Planta von Jürg Jenatsch ermordet, 1639 Jürg Jenatsch vom Sohn Plantas ermordet), 1647 eidg. Wehrverfassung ("Defensionale von Wil")    
1648 Westfälischer Friede: Bürgermeister Rudolf von Wettstein (Basel) erreicht die rechtliche Trennung der Eidgenossenschaft vom Deutschen Reich - auch die Niederlande werden unabhängig    
1651 Thomas Hobbes (1588 - 1679) fordert in seinem Werk "Leviathan", alle Menschen - weil Egoisten - müssten ihre natürlichen Rechte unwiderruflich dem Staat abtreten - Hobbes prägt das Staatsverständnis in GB und USA bis heute    
1653 Bauernkrieg: Bauernaufstände im Entlebuch und Emmental werden von den Städten (Luzern, Bern) mit Unterstützung der freien Landorte und sogar von abhängigen Bauern aus den Gemeinen Herrschaften niedergeschlagen, Bauernführer Christian Schybi und Niklaus Leuenberger hingerichtet    
1656 Im 1. Villmerger Krieg scheitert der Versuch Zürichs und Berns, die Bestimmungen des Kappeler Landfriedens zu revidieren    
1666-1677   Bau der Jesuitenkirche (erste grosse Barockkirche der Schweiz)  
1685 Der franz. König hebt das Edikt von Nantes auf, Tausende von Hugenotten (franz. Reformierte) fliehen in die Schweiz    
Zeittafel zur Aufklärung
1690 John Locke (GB, 1632-1704) postuliert Recht auf gleiche Behandlung ungeachtet der Herkunft, Gewaltenteilung und Volkssouveränität - Basis aller modernen demokratischen Verfassungen (1776 USA, 1791 Frankreich, 1848 CH-Bundesverfassung)    
1643-1727     Sir Isaac Newton (GB) begründet mit der mathematisch gefassten Physik den Erfolg der modernen Technik - Dieser führt im 19. Jahrhundert zu einer "mechanistische Weltsicht" (alles ist wie in einer Maschine nach dem Prinzpip Ursache - Wirkung berechenbar)
1712 Aufstand der Toggenburger gegen die weltliche Herrschaft des Klosters St. Gallen über das Toggenburg - 2. Villmergerkrieg mit Niederlage der katholischen Orte, in den gemeinen Herrschaften geben von nun an die Reformierten den Ton an    
1715 "Trucklibund" der kath. Orte mit Frankreich    
1721 Montesquieu (F, 1689 - 1755) verfeinert die Idee der Gewaltenteilung (Legislative - Exekutive - Judikative)    
1721-1784 Auflehnung gegen die Ständegesellschaft:
1721 Werdenberg gegen Glarus
1723 Lausanne
1749 Bern
1754 Leventina gegen Uri
1784 Fribourger Bauern
Machtkämpfe in Zug, Luzern, Schwyz, AI
   
1762 Jean-Jacques Rousseau (Genf und F, 1712 - 1778) fordert im "Contrat Social" die Volkssouveränität und die (demokratische) Aushandlung der gesellschaftlichen Regeln; Schwachpunkt: Glaube an einen "einheitlichen Volkswillen" (von franz. Revolution und Marxismus zur Legitimierung von Diktaturen missbraucht!) pädagogische Schrift Rousseaus ("Emile"), im wesentlichen "antiautoritär", fortschrittskritisch ("zurück zur Natur")  
1779   Gotthold Ephraim Lessing (D, 1729-1781) fordert in "Nathan der Weise" religiöse Toleranz und positiven "Wettbewerb" der Religionen  
Ende 18. Jh.   Das Gedankengut der Aufklärung wird in der Schweiz durch die Helvetische Gesellschaft (Johann Caspar Lavater, Johann Jakob Breitlinger, Johann Jakob Bodmer u.v.a.) verbreitet  
1775   Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) begründet mit seiner Erziehungsanstalt "Neuhof" in Birr AG eine neue Pädagogik - Sein Grundprinzip "Kopf - Herz - Hand" ist bis heute Basis der Volksschulbildung  
Zeittafel zur Helvetik
(Zeitalter der Französischen Revolution)
1789-1815 Französische Revolution. 1792 geht die Schweizergarde des franz. Königs im Kampf für das Ancien Régime unter    
1794-1795 Stäfnerhandel: Zürcher Landleute fordern Gleichberechtigung. St. Galler Landleute ringen dem Fürstabt in Gossau Zugeständnisse ab.    
1797 Peter Ochs, Cäsar de Laharpe und Mengaud arbeiten auf einen Zentralstaat in der Schweiz hin    
1798 Helvetische Revolution. Befreiung der Untertanengebiete. Franzosen in der Waadt als Befreier gefeiert. Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft in den Schlachten von Neuenegg, Fraubrunnen, Grauholz - Nidwalden wehrt sich bis zuletzt Pestalozzi Leiter des Waisenhauses in Stans NW (1798-1800)  
1798-1802 Helvetische Republik, zentralistischer Einheitstaat (ohne Kantone) - GE, VD, VS, JU von Frankreich annektiert - Schweiz Kriegsschauplatz (Frankreich, Österreich, Russland)    
1803-1813 Mediationsverfassung (Bundesstaat mit 19 Kantonen) löst Helvetische Republik ab, Schweiz bleibt von Frankreich abhängig, stellt Truppen (1812: 8000 Schweizer sterben in Russland / Beresina) 1802 Plünderung in den jüdischen Dörfern Endingen AG und Lengnau AG, 1803 Hausierverbot im Aargau, 1809 diskriminierendes Judengesetz im Aargau (zu beachten: ausserhalb des Aargaus waren Juden in der Schweiz gar nicht geduldet) Richard Trevithick (GB, 1771-1833) konstruiert 1803 die erste Dampflokomotive, George Stephenson (1781-1848) verbessert sie und baut ab 1813 Bergbau-Bahnen, 1821 die erste Personenbahn Stockton - Darlington (GB)
1804 Napoleon Kaiser   Beginn der Linthkorrektion; erste kantonale Industrie- und Gewerbeausstellung in Bern
1806     Bergsturz von Goldau
Zeittafel zur Entstehung von
Bundesstaat und Bundesverfassung (1848)
Chronologie der
Industrialisierung
1807     Abbruch der Berner Stadtmauern (Zürich 1833, Genf 1850)
1814-1815 "Lange Tagsatzung" in Zürich: Restauration (Wiederherstellung des losen Bundes selbstständiger Kantone mit den alten Verfassungen)    
1815 Wiener Kongress: GE, VS, NE als selbstständige Kantone und ehem. Fürstbistum Basel (heute Kanton Jura) als Teil des Kantons Bern zurück zur Schweiz, Veltlin, Savoyen, Eschental kommen nicht zur Schweiz, Neutralität anerkannt    
1823     Erste Dampfschiffe auf dem Genfersee
1824 Gründung des Eidg. Schützenvereins    
1830 Julirevolution in Paris - Regeneration: Liberale Kantonsverfassungen TG, ZH, SG, LU, SO, SH, AG, VD    
1831 Freisinnige Regierung in Bern, Forderung nach Gleichberechtigung im Baselbiet    
1832 Trennung von BS und BL in Halbkantone, Siebnerkonkordat zum Schutz der liberalen Verfassungen - Sarnerbund der konservativen Kantone    
1832   Päpstliche Enzyklika gegen die "unverschämte Wissenschaft"  
1833 Badener Artikel (auf Anregung der liberalen Luzerner Regierung) verlangen Demokratisierung der kath. Kirche (Kirchensynoden), Schutz der Mischehen und politische Kontrolle der Priesterseminare  
1833 Versuch einer Verfassungsrevision auf Bundesebene (Paul Vital Ignaz Troxler) scheitert    
1834 Politische Betätigung von Flüchtlingen führt zu ausländischen Protesten    
1838 Der franz. König fordet die Ausweisung von Louis Napoleon (lebt im TG)    
um 1840   Jeremias Gotthelf (1797-1854)
Gottfried Keller (1819-1890)
 
1839 Konservative Regierung nach Neuwahlen in Zürich als Folge des "Straussenhandels": Berufung Prof. David Friedrich Strauss ("Das Leben Jesu, kritisch betrachtet", 1835) an die Uni Zürich  
1841 Konservative Verfassungrevision in Luzern - von der Politik erzwungene Klosteraufhebung im Aargau  
1841 Niederlassungsfreiheit für die Juden in Genf (1846 in Bern, 1866 ganze Schweiz)    
1843     11 Kantone an der Industrie- und Gewerbeausstellung in St. Gallen
1844 Neue konservative Luzerner Regierung beruft Jesuiten nach Luzern Die erste Bahn erreicht die Schweiz: Strassburg (F) - Basel
1845 Freischarenzüge versuchen die liberalen Ideen mit Gewalt durchzusetzen    
1846 Sonderbund der kath. Orte - grosse reformierte Kantone wechseln als Reaktion vom konservativen ins liberale Lager (Bern 1846, GE 1847, BS 1847) - Papst Pius IX. (1846-1878) kämpft gegen den Zeitgeist (Liberalismus, Positivismus, Materialismus): Kulturkampf  
1847 Sonderbund schliesst Vertrag mit Österreich, darauf erklärt Tagsatzung ihn für aufgelöst - Sonderbundskrieg endet mit Niederlage der Konservativen   "Spanisch-Brötli-Bahn" Zürich - Baden
1848 Liberale Bundesverfassung bringt den modernen Bundesstaat: Geburt der heutigen Schweiz mit Bundesparlament (National- und Ständerat), Regierung und Bundesverwaltung, Bundesgericht, Garantie der bürgerlichen Grundrechte   Neue Bundeskompetenzen: Post (1848), Abschaffung der Binnenzölle (1849), Einführung des Frankens als einheitliche Währung (1850), Telegraphie (1851), ETH Zürich (1855), Forstgesetz
Zeittafel zum Kulturkampf und Ausbau der Demokratie Entwicklung des Verkehrs
1852 Eisenbahngesetz. Der Zürcher Freisinn (Privatbahnen) setzt sich gegen die Berner Konservativen (Staatsbahn) vorerst durch    
1854   Dogma von der "unbefleckten Empfängnis Mariä": trotzige Versteifung des Papstes auf das Irrationale  
1855     Nordostbahn Winterthur - Zürich
1856-1857 Royalistischer Handstreich in Neuenburg, bürgerlicher Aufruhr, Preussen verzichtet 1857 auf seine Rechte in Neuenburg - dessen Doppelrolle als Kanton der Schweiz und preussisches Fürstentum wird beendet   Grosse Industrie- und Gewerbeausstellung in Bern 1857, allerdings sind nicht alle Kantone vertreten
1858     Hauenstein - Scheiteltunnel / Centralbahn Basel - Olten
1859-1864 Schlacht von Solferino (Frankreich gegen Österreich), Henri Dunant (1901 erster Friedensnobelpreis) als Zeuge regt eine Konvention zum Schutz der Kriegsverletzten an (1864), Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zur Überwachung der Konvention   Westbahn Bouveret - Martigny (1859) - Sion (1860) - Brig (1878)
1863     Pauschalreisen des englischen Reiseveranstalters Thomas Cook in die Schweiz
1864     Bahnstrecke Luzern - Zürich
1865-1869 Volksinitiative im Kt. ZH als Reaktion auf die Verfilzung von Politik und Wirtschaft, 1869 Totalrevision der Kantonsverfassung und Einführung des Referendums   ("Eisenbahnkönig", Bank- und Versicherungsgründer und Nationalrat Alfred Escher)
1870-1871 Deutsch-Französischer Krieg, Genfer Konvention bewährt sich: Internierung der franz. Bourbaki-Armee (liefert Motiv für Bourbaki-Panorama Luzern  
1871   1. Vatikanisches Konzil. Dogma von der "Unfehlbarkeit des Papstes" führt zur Abspaltung der Christkatholischen Kirche, deutscher Kulturkampf (Bismarck)  
1873     Auf der Weltausstellung in Wien erhält die schweizerische Maschinenindustrie prozentual die meisten Auszeichnungen - die Schweiz hat sich als eine der führenden Industrienationen etabliert
1872-1882     Bau der Gotthardbahn (Alfred Escher, Louis Favre), Streik 1875 mit Waffengewalt niedergeschlagen
1874 Totalrevision der Bundesverfassung bringt u.a. volle Bürgerrechte für die Juden 1879 Vereinheitlichung von Mass und Gewicht (Meter, Kilogramm, Liter) 1877
1876     Alexander Graham Bell (USA) patentiert das Telefon, Lokalnetze in Zürich 1880, Bern und Basel 1881, Genf 1883, Fernverbindung Winterthur - Zürich 1883
1883     Erste offizielle Landesausstellung in Zürich; Inkrafttreten des Obligationenrechts (einheitliches Handelsrecht)
1885 Alkoholgesetz gegen Trunksucht (1887 Alkoholmonopol des Bundes, 1908 Verbot des Absinths)    
1888 Gründung der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz    
1889     Strowger (USA) erfindet die Telefonwählscheibe, die Schweiz ist bei der flächendeckenden Einführung der Selbstwahl nach dem ersten Weltkrieg führend, die USA warten bis zum 21. Jahrhundert
1890 Putsch gegen die konservative Tessiner Regierung, Intervention des Bundes, Einführung der Proporzwahl im Tessin    
1891 Erster Katholisch-Konservativer Bundesrat    
1893 Eingemeindung von 11 Vororten in Zürich    
1893-1895 Zollstreit mit Frankreich    
1894 Gründung der Freisinnig-Demokratischen Landespartei    
1896     Zweite offizielle Landesausstellung in Genf mit elektrischem Tram und Fesselballon
1897 Gründung des Schweizerischen Bauernverbandes - Zionistenkongress in Basel (Theodor Herzl)    
1898-1906     Bau des Simplontunnels (bis Ende 20. Jh. längster Eisenbahntunnel der Welt)
1900     Weltausstellung in Paris: Schweiz präsentiert sich als fortschrittlichen Industriestaat mit Sinn für kulturelles Erbe
1902     Verstaatlichung der grossen Privatbahnen wegen Finanz- und Sicherheitsproblemen, Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB)
1896-1926     Bau der schmalspurigen Rhätischen Bahn und der Furka-Oberalp-Bahn
1904     Erste Lastwagen bei der Post, ab 1906 ersetzen motorisierte Postautos die Postkutschen
1909   Trennung von Kirche und Staat in Genf (1911 in BS)  
1912 Einheitliches Zivilgesetzbuch für die ganze Schweiz in Kraft - Bundesgesetz über Kranken- und Unfallversicherung - Gründung der Katholisch - Konservativen Volkspartei    
1914     Dritte Landesausstellung in Bern
Zeittafel zum 1. Weltkrieg und Völkerbund
1914-1918 1. Weltkrieg    
1918 Armee schlägt den   Generalstreik nieder
1919 Erste Früchte des Generalstreiks: Nationalratswahlen nach Proporzwahlrecht, Verfassungsartikel für AHV (1924, allerdings erst 1948 konkret umgesetzt)   48-Stunden-Woche für Industriebetriebe
1918 Gründung der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB, heute Schweizerische Volkspartei SVP)    
1920 Beitritt zum Völkerbund. Sitz des Völkerbundes in Genf. Neutralität international bestätigt    
1921     Eidg. Arbeitsamt geschaffen
1927 Lateinische Münzunion aufgehoben   "Schwarzer Freitag": Börsencrash in New York, Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit
1929 Beitritt zum Briand-Kellog Pakt (multilateraler Nichtangriffspakt im Rahmen des Völkerbundes)    
1932 Abrüstungskonferenz des Völkerbundes in Genf (61 Staaten)    
Zeittafel zum 2. Weltkrieg
Antisemitismus in Europa
Nationalsozialismus in Deutschland
1933/34 Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, "Frontenfrühling" (Gründung faschistischer Bewegungen) in der Schweiz "Barmer Erklärung" gegen den Nationalsozialismus (Hauptverfasser war der schweiz. Theologieprof. Karl Barth)  
1935 Nürnberger Rassengesetze Karl Barth erhält als Prof. in Deutschland Lehrverbot, kehrt nach Basel zurück  
1935 Ablehnung der sozialistischen "Kriseninitiative" und der Fronteninitiative für eine Totalrevision der Bundesverfassung    
1936 Gründung des Landesrings der Unabhängigen (LdU)   Abwertung des Schweizer Frankens
1937     "Friedensabkommen" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Maschinen-, Elektro- und Uhrenindustrie (Gesamtarbeitsvertrag mit Streikverzicht): Beginn der modernen Sozialpartnerschaft - Landessender Beromünster erbaut
1938 Rückkehr der Schweiz zur "integralen Neutralität" (Befreiung von der Verpflichtung, Sanktionen des Völkerbundes mitzutragen), Berufsverbote gegen Juden in Deutschland, Anschluss Östereichs ans Deutsche Reich, Besetzung des tschechischen Sudentenlandes durch Deutschland, ergebnislose Flüchtlingskonferenz von Evian (F), Einführung des "Judenstempels", "Reichskristallnacht" in Deutschland (schwere Ausschreitungen gegen Juden)    
1939     Landesausstellung ("Landi") in Zürich im Zeichen der "Geistigen Landesverteidigung"
1939 Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (deutscher Angriff auf Polen), General Guisan gewählt, Mobilmachung in der Schweiz   Einführung der Rationierung von Lebensmitteln, "Anbauschlacht" ("Plan Wahlen" zur Steigerung der einheimischen landwirtschaftlichen Produktion)
1940 Internierung an die Grenze abgedrängter französicher und polnischer Truppen. Rütlirapport, Reduit-Konzept    
1942 Totale Grenzsperre gegen Flüchtlinge (bis 1945 werden rund 25'000 v.a. jüdische Flüchtlinge in den sicheren Tod zurückgeschickt) gegen den Protest einer kirchlichen und liberalen Minderheit  
1943 Erster sozialdemokratischer Bundesrat    
1945 Ende des Zweiten Weltkriegs    
1948 Annahme der Initiative "Rückkehr zur direkten Demokratie" befristet Notrecht und bringt nachträgliches Referendum   Ende der Rationierung in der Schweiz
Chronologie der Schweizer Geschichte:
Wohlstandsgesellschaft und Globalisierung
1947 AHV-Gesetz (zum Verfassungsartikel von 1924) angenommen (1948 eingeführt)   Wirtschaftsartikel in der Bundesverfassung
1948 Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion - Beitritt der Schweiz zur UNESCO (jedoch erst ab 2002 Mitglied der UNO!)   Erster Kursflug der Swissair Zürich - New York
1950     Schweiz Mitglied des Europäischen Wirtschaftsrates (OEEC)
1956 Atomabkommen mit den USA - Ungarnkrise: Flüchtlinge aufgenommen    
1958     Nationalstrassenartikel in der Bundesverfassung - Beginn des Autobahnbaus
1959 "Zauberformel" (seither permanente "Grosse Koalition" mit konstanter Vertretung der wichtigen Parteien im Bundesrat (Regierung): 2 FDP, 2 KK=CVP, 2 SP, 1 BGB=SVP) - Frauenstimmrechtsvorlage des Parlaments von den stimmberechtigten Männern abgelehnt (Kanton Waadt: Kantonales Frauenstimmrecht angenommen, 1960 auch GE und NE)   Beitritt zum int. Zoll- und Handelsabkommen GATT (heute WTO)
1960 "Römer Verträge": begründen die EWG (heute: EU) zwischen F, D, I, B, NL, LUX mit Ziel einer wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit   Schweiz Mitbegründerin der Konkurrenzorganisation EFTA (Freihandelsabkommen ohne politische Zusammenarbeit)
1962 Zahl der Nationalräte auf 200 begrenzt (bisher 1 Sitz pro 20'000 Einwohner)    
1963 Beitritt der Schweiz zum Europarat sowie zum Moskauer Atomstopp - Abkommen    
1964     Landesaustellung ("EXPO") in Lausanne - Inbetriebnahme des Strassentunnels am Grossen St. Bernhard
1965     Konjunkturüberhitzung: Massnahmen zur Teuerungs- und Konjunkturdämpfung
1968   "Flower Power"-Bewegung ("Hippies") in den USA, Studentenunruhen in Europa, "Globuskrawall" (Jugendunruhen) in Zürich, gesellschaftlicher Wandel, Radio beginnt mit der Ausstrahlung der wöchentlichen Radio-Hitparade (Popmusik) Übernahme der Ecole polytechnique der Uni Lausanne durch den Bund (EPFL bzw. ETH Lausanne) - Hochschulförderungsgesetz
1969 Verfassungsartikel zum Bodenrecht    
1970 Ablehnung der ersten von insgesamt 6 (?) gescheiterten rechtsbürgerlichen "Überfremdungsinitiativen"    
1971 Annahme des Frauenstimmrechts auf Bundesebene, fast alle Kantone und Gemeinden folgen innert Kürze (ausser Appenzell Innerrhoden, das erst Mitte der neunziger Jahre äusserem Druck nachgibt)
Bernischer Verfassungszusatz ermöglicht demokratischen Prozess in der Jurafrage
   
1972 Abkommen mit der EG (heute EU)   BVG (Gesetz über berufliche Vorsorge) schreibt das Dreisäulenprinzip (AHV - betriebliche Pensionskassen - Selbstvorsorge) in der Altersvorsorge fest
1973 Neue Konjunkturdämpfungsmassnahmen - Ölkrise (politische motivierte Förderquoten der OPEC-Staaten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt) Aufhebung des Jesuiten- und Klosterartikels  
1974 Beitritt der Schweiz zur Europäischen Menschenrechtskonvention    
1975     Konjunkturartikel in der Bundesverfassung
1991 700-Jahr-Jubiläum: Weg der Schweiz rund um den Vierwaldstättersee  
1992     Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR im Gegensatz zu den anderen EFTA-Staaten abgelehnt - Langwierige Verhandlungen mit der EU um bilaterale Abkommen (1. Paket 2002 (?) in Kraft, 2. Paket 2004 in die parlamentarische Behandlung)
2002 Beitritt der Schweiz zur UNO expo.02  

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